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Im Jahr 2000 ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten und die ökologische Bedeutung der Fließgewässer rückte weiter in den Vordergrund. Die Wassergesetze wurden mit der Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes 2009 und des Hessischen Wassergesetzes 2010 diesen Anforderungen angepasst. Durch die Bewirtschaftungspläne und das Maßnahmenprogramm wurde  der Rahmen für die ökologische Gewässerunterhaltung und die Renaturierung der Gewässer gesteckt.

Im Auftrag des Regierungspräsidiums Kassel wurde ein Gewässerberatungsprojekt durch das Ingenieurbüro UIH aus Höxter im Einzugsgebiet der Schwalm durchgeführt. Es geht dabei darum die im Bewirtschaftungsplan vorgegebenen Maßnahmen zur Erreichung eines guten ökologischen Zustandes für die Gewässer weiter zu konkretisieren. Die Ergebnisse wurden am 23.07.2014 den Fachbehörden, Gemeinden und Verbänden sowie der interessierten Öffentlichkeit  vorgestellt.

Im Folgenden werden einige in diesem Kontext durchgeführte Renaturierungsmaßnahmen beispielhaft vorgestellt:


Renaturierung der Grenffmündung im FFH-Gebiet "Schwalmniederung bei Schwalmstadt"

Der ursprünglich gestreckte Verlauf der Grenff wurde durch neu geschaffene Schleifen und Mäander verlängert. Die Renaturierung wird auch einen positiven Einfluss auf die Hochwassersituation haben, da sich die Hochwasserwelle in dem renaturierten Bereich ausdehnen kann und dadurch die Abflussspitze gedämpft wird.

Die in 2016 durchgeführte Renaturierung wurde unter der Trägerschaft der Gemeinde Willingshausen zusammen mit dem Regierungspräsidium Kassel umgesetzt und zu 80 % aus dem hessischen Landesprogramm zur Förderung der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes sowie zu 20 % aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert. 

Planung und Bauleitung: WAGU, Kassel
Bauausführung: Fa. Beisheim, Bebra

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Schwalmrenaturierung bei Gombeth

Im Zuge des Tagebaus in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Schwalm im Bereich um Gombeth begradigt und ausgebaut. Durch den Verbau der Ufer mit Wasserbausteinen konnte sich das Gewässer nicht eigendynamisch entwickeln und so keine typischen natürlichen Strukturen ausbilden.

Im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden auf einer Länge von rund 1,1 km zwischen Gombeth und der neuen Mühle Gombeth umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt.

Um wieder ein naturnahes Gewässer mit standortgerechter Flora und Fauna zu erreichen und Retentionsraum zu schaffen, wurden für die Maßnahmen von der Stadt Borken 13,2 ha. Land erworben. Dort wurden großzügige Furkationsrinnen angelegt, die sich nun eigendynamisch selbst entwickeln können. Die Kosten wurden zu 87,5 % vom Land Hessen gefördert und der Rest von der Stadt Borken und dem Wasserverband getragen.

Planung und Bauleitung: Michael Kann, Borken
Bauausführung: Wilhelm Renaturierung- und Kulturbauarbeiten, Osthofen


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Renaturierung und Hochwasserschutz an der Efze in Homberg-Mühlhausen

Die Ortslage Homberg-Mühlhausen wurde in der jüngsten Vergangenheit  häufig von schadbringenden Hochwasserereignissen heimgesucht, so dass  neben der reinen angestrebten Verbesserung der Gewässerstruktur der Efze die Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Ortslage einen erheblichen Teilaspekt der in 2015 begonnenen Baumaßnahme ausmacht.         

Es werden großzügige Flutmulden angelegt, die sich naturnah entwickeln werden und in denen sich das Hochwasser ausbreiten kann. Somit wird die "fließende Retention" aktiviert: Die Hochwasserwelle wird durch die höhere Rauigkeit in den verschiedenen Gewässerverzweigungen  gedämpft und es entsteht ein
quasi im Fluss befindliches Hochwasserrückhaltebecken.

Die Maßnahme wird unter der Trägerschaft der Stadt Homberg (Efze)  in Kooperation mit dem Wasserverband Schwalm  umgesetzt und zu 85 % aus dem hessischen Landesprogramm zur Förderung der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes gefördert. 

Planung und Bauleitung: Unger Ingenieure, Homberg (Efze)
Bauausführung: 
Fa. Beisheim, Bebra

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Renaturierung und Hochwasserschutz an der Berfa

Am 05.06.2011 kam es nach einem stationären Konvektionsniederschlag entlang der Berfa   zu einem extremen Hochwasserereignis mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit > 500 Jahren. Neben den erheblichen privaten Hochwasserschäden gab es auch starke Schäden an der Infrastruktur.

Eine oberhalb der Ortslage Alsfeld-Berfa liegende vom Hochwasser weggerissene Brücke "Am Rück" wurde in 2015 durch einen in einen Damm integrierten Kastendurchlass ersetzt, der gleichzeitig als Drossel zur Aktivierung eines neu geschaffenen Hochwasserschutzraumes wirkt. In diesem etwa 23.000 m³ gr0ßen Retentionsraum wurden durch das Anlegen von mäandrierenden Neugerinnen mit flachen Böschungen  naturnahe Fließgewässerstrukturen geschaffen.  Diese Synergie Hochwasserrückhaltung  und naturnahes Gewässer wurde vorbildlich in dem von der Stadt Alsfeld in Kooperation mit dem Wasserverband Schwalm umgesetzten Projekt realisiert. Das Projekt wurde zu 80 % durch das Land Hessen gefördert.

Planung und Bauleitung: WAGU, Kassel
Bauausführung: Fa. Giebel, Eiterfeld


Renaturierung des Mündungsbereiches des Walsbaches in die Schwalm

Mündungsbereiche haben eine besonders hohe gewässerökologische Bedeutung. Zur Verbesserung der Gewässerstruktur und zur Vernetzung der Walsbachaue mit dem Fließgewässer wurde ein reich strukturierter  Gewässerabschnitt im Mündungsbereich der Walsbach in die Schwalm  geschaffen.

Die in 2015 durchgeführte Renaturierung wurde unter der Trägerschaft der Gemeinde Willingshausen in Kooperation mit dem Wasserverband Schwalm  umgesetzt und zu 85 % aus dem hessischen Landesprogramm zur Förderung der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes gefördert. 

Planung und Bauleitung: WAGU, Kassel
Bauausführung: 
Fa. Giebel, Eiterfeld

Schwalmrenaturierung bei Rhünda

Die Schwalm wurde insbesondere durch Flussbaumaßnahmen in den 60 er Jahren begradigt und ausgebaut. Durch den Verbau der Ufer mit Wasserbausteinen kann sich die Eigendynamik des Gewässers nicht mehr entfalten. Die für ein natürliches Fließgewässer typischen Strukturen fehlen weitgehend.

Zur Verbesserung der Gewässerstruktur im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie gab die Stadt Felsberg bereits 2006 eine Planung zur Wiederherstellung der naturnahen Aue in Auftrag.  In 2012 bis 2014 konnte nunmehr mit einer  85 % Förderung des Landes aus dem Programm "Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz" die Renaturierungsmaßnahme an der Schwalm in der Gemarkung Rhünda umgesetzt werden:

1.  Es wurde Flächenerwerb getätigt und breite Uferrandstreifen ausgewiesen.

2. Das Gewässer wurde aufgeweitet und es wurden Furkationsrinnen  geschaffen,  die mit dem Gewässerumfeld  verzahnt sind. Außerdem wurden die ehemaligen Altwässer an das Ablussregime angeschlossen.

       3. Es wurden Sohlschwellen in den ehemaligen Hauptlauf der Schwalm eingebracht,              um die Strömung in das neu geschaffene Flussbett zu leiten.

Planung und Bauleitung: Nase, Kassel
Bauausführung: 
Fa. Beisheim, Bebra

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Renaturierung der Wiera im FFH-Gebiet "Wieragrund von Schwalmstadt"

Der ursprünglich gestreckte Verlauf der Wiera wurde durch neu geschaffene Schleifen und Mäander verlängert. Die Renaturierung wird auch einen positiven Einfluss auf die Hochwassersituation haben, da sich die Hochwasserwelle in dem renaturierten Bereich ausdehnen kann und dadurch die Abflussspitze gedämpft wird.

Die in 2013 durchgeführte Renaturierung wurde in enger Zusammenarbeit der Stadt Schwalmstadt mit dem Regierungspräsidium Kassel umgesetzt und zu 80 % aus dem hessischen Landesprogramm zur Förderung der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes sowie zu 20 % aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert. Die Flächen werden seit 2015 durch ein Beweidungskonzept offen gehalten.

Planung und Bauleitung: WAGU, Kassel
Bauausführung: Fa. Beisheim, Bebra

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Renaturierung der Efze in der Gemarkung Wabern-Hebel


Zur Verbesserung der Gewässerstruktur der Efze und zur besseren Verzahnung der Aue wurde nahe des Sportplatzes Hebel
eine Furkationsrinne  angelegt, die unterwasserseitig ständig an die Efze angebunden ist und bei Hochwasser voll durchströmt wird. Des Weiteren wurde großräumig der Oberboden abgeschoben und auf dem Rohboden kann sich eine auentypische Vegetation entwickeln.  Die Gewässerdynamik kann sich auf dem angetroffenen Kieshorizont innerhalb des Maßnahmenbereiches voll entfalten.

Die  im Jahr 2013 durchgeführte Maßnahme wurde unter der Trägerschaft der Gemeinde Wabern in Kooperation mit dem Wasserverband Schwalm durchgeführt und zu 85 % durch das Land Hessen gefördert.

Bauleitung: Oppermann Ingenieure, Kassel
Bauausführung: Fa. Fröde, Homberg/Efze